Die Nationalmannschaften Costa Ricas und Australiens komplettieren, nach aufregenden Endspielen der interkontinentalen Playoffs in Al Rayyan, das Teilnehmerfeld der Weltmeisterschaft 2022 in Katar und gehören somit zu den 32 Nationalmannschaften, die sich für das prestigereichste Turnier der Welt qualifizieren konnten.

Australien musste gegen die Nationalmannschaft Perus im Ahmad Bin Ali Stadion antreten und konnte ein spannungsreiches Spiel am Ende im Elfmeterschießen für sich entscheiden. In der regulären Spielzeit passierte wenig, die ersten 80 Minuten war es ein sehr zähes Spiel bevor die Australier in den letzten 10 Minuten am Drücker waren und einige Chancen hatten, welche sie aber nicht verwerten konnten. Somit ging es nach einem torlosen Unentschieden in der regulären Spielzeit direkt in das Elfmeterschießen. Die australische Nationalmannschaft hatte dabei gute Erinnerungen an Elfmeterschießen in den Playoffs, denn in den 2 Elfmeterschießen, die es bisher in den interkontinentalen Playoffs gab, triumphierten beide Male die „Socceroos“. Die Zeichen standen somit auf der Seite Australiens, allerdings überraschte der australische Trainer Graham Arnold mit dem Einsatz des 33-jährigen Torhüters Andrew Redmayne im Elfmeterschießen. Der Torwart des Sidney FC hatte gerade einmal 3 Landerspieleinsätze auf dem Konto, wohingegen Australiens Stammtorhüter Mathew Ryan bereits 67-mal als Nummer 1 auflief. Der australische Nationaltrainer sah jedoch bessere Chancen für seine Mannschaft mit Redmayne als Torhüter, was sich letztendlich auch auszahlte, als Redmayne den entscheidenden Elfmeter von Alex Valera hielt und damit zum Helden wurde. Dadurch konnte sich Australien für seine fünfte Weltmeisterschaft in Folge qualifizieren und trifft im November gleich im ersten Spiel auf den amtierenden Weltmeister Frankreich. Auf der anderen Seite war die Enttäuschung bei den Peruanern natürlich groß, schließlich wollte man sich zum zweiten Mal in Folge für die WM qualifizieren, nachdem man 4 Jahre zuvor in dem Endspiel der Playoffs gegen Neuseeland gewinnen konnte. Ein Thema nach dem Abpfiff war definitiv die Hitze in Katar, denn das Spiel wurde bei etwa 30 Grad gespielt, worüber sich der Nationaltrainer Perus Nolberto Solano auch beschwerte, schließlich habe man die Weltmeisterschaft in den November gelegt, um dieser Hitze zu entgehen, habe dann aber die Endspiele der Playoffs im Juni austragen lassen, welche normalerweise vor der Gruppenauslosung ausgetragen werden, was dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie aber verschoben werden musste. Auch der Modus wurde dieses Jahr geändert, da es sonst ein Hin- und Rückspiel gab, worauf dieses Jahr allerdings verzichtet wurde.

Im anderen Spiel der Playoff-Endspiele trafen Costa Rica und Neuseeland aufeinander. Das Spiel wurde durch einen frühen Treffer von Joel Campbell entschieden. Der ehemalige Stürmer des FC Arsenal netzte bereits in der 3. Minute ein. Danach folgte allerdings ein Spiel, dass überwiegend von der neuseeländischen Nationalmannschaft dominiert wurde, welche näher an dem Ausgleich waren als Costa Rica am zweiten Treffer und teilweise 70% Ballbesitz hatte. Die „All Whites“ dachten in der 39. Minute dass sie die Überlegenheit ausgenutzt hätten und durch Newcastle Uniteds Stürmer Chris Wood ausgeglichen hätten, allerdings machte ihnen der VAR einen Strich durch die Rechnung, welcher den Treffer aberkannte. Der VAR sollte noch einmal zum Nachteil der Neuseeländer entscheiden, als der eingewechselte Kosta Barbarouses nach gerade einmal 9 gespielten Minuten zunächst die Gelbe Karte, nach VAR-Überprüfung dann aber doch die Rote Karte, sah. Somit musste Neuseeland ab der 69. Minute mit einem Spieler weniger dem Ausgleich hinterherjagen. Zum Schluss hatten die Neuseeländer dann tatsächlich nochmal zwei gute Chancen durch Clayton Lewis und Chris Wood, welche aber beide von dem Kapitän Costa Ricas Keylor Navas gehalten werden konnten. Danach folgte der Abpfiff, womit feststand, dass sich Costa Rica für seine dritte Weltmeisterschaft in Folge qualifiziert hatte, während es für Neuseeland die dritte Niederlage in Folge in den Endspielen der Playoffs war. Der Nationaltrainer Costa Rica Luis Fernando Suárez zeigte sich nach dem Spiel außerordentlich stolz auf seine Mannschaft, sie hätten gezeigt was es hieße, Costa-Ricaner zu sein, nämlich dass sie immer 100% geben würden. Die Mannschaft von Suárez wird nun in Katar versuchen, ihren bisher größten Erfolg bei einer WM von 2014 in Brasilien, wo man es bis in das Viertelfinale schaffte, zu wiederholen, was aber in ihrer Gruppe mit Deutschland, Spanien und Japan nicht einfach werden sollte.

Somit stehen nun die 32 Teilnehmer sowie die endgültigen Gruppen fest, welche wie folgt aussehen

Gruppe A: Katar, Ecuador, Senegal, Niederlande
Gruppe B: England, Iran, USA, Wales
Gruppe C: Argentinien, Saudi-Arabien, Mexiko, Polen
Gruppe D: Frankreich, Australien, Dänemark, Tunesien
Gruppe E: Spanien, Costa Rica, Deutschland, Japan
Gruppe F: Belgien, Kanada, Marokko, Kroatien
Gruppe G: Brasilien, Serbien, Schweiz, Kamerun
Gruppe H: Portugal, Ghana, Uruguay, Südkorea


Bochum - Fortuna Düsseldorf