Die deutsche Nationalmannschaft konnte nach dem missglückten WM-Start gegen Japan nun am zweiten Gruppenspieltag gegen Spanien punkten und damit die Gruppe E noch einmal spannend machen, besonders auch weil Japan im früheren Spiel gegen Costa Rica überraschend mit 0:1 verloren hatte, wodurch am letzten Spieltag der Gruppenphase in der Theorie noch alle vier Mannschaften den Gruppensieg holen können.

Debütant Füllkrug beschert DFB-Elf wichtigen Punkt

Gegen Spanien geschah genau das, was sich viele deutsche Fußballfans gewünscht hatten, nämlich ein Tor des Nationalmannschafts-Debütanten und Publikumsliebling Niclas Füllkrug. Der 29-jährige Stürmer von Werder Bremen spielte zuletzt 2014 für eine DFB-Auswahl, damals die U20-Nationalmannschaft, bevor er nach überragenden Leistungen in der laufenden Saison in den WM-Kader von Bundestrainer Hansi Flick nominiert wurde. Jetzt zeigte Füllkrug auch gleich in seinem ersten Einsatz auf der größten Bühne der Welt sein Können und erzielte sein erstes WM-Tor, und zwar zum enorm wichtigen Ausgleich gegen Spanien, wodurch sich Deutschland weiterhin Chancen auf das Weiterkommen bei der diesjährigen Weltmeisterschaft machen darf.

Das Spiel startete für die Schützlinge von Hansi Flick gleich mit einer turbulenten Szene, als Dani Olmo von der Strafraumgrenze zum kraftvollen Schuss ansetzte, welcher vom deutschen Kapitän Manuel Neuer noch an die Latte gelenkt werden konnte. Die nächste torgefährliche Aktion gehörte erneut den Spaniern, denn in der 22. Minute platzierte der spanische Linksverteidiger Jordi Alba den Ball mit seinem schwachen rechten Fuß knapp neben den Pfosten, allerdings wäre DFB-Torhüter Neuer ohnehin zur Stelle gewesen. Nachdem die spanische Nationalmannschaft während dem Großteil der ersten Hälfte überwiegend überlegen war, kam der Abwehrchef der deutschen Mannschaft, Antonio Rüdiger, fünf Minuten vor der Pause nach einer Freistoßflanke in eine sehr gefährliche Position und brachte den Ball im Tor unter, jedoch hielt die Freude für Deutschland nicht lange, denn relativ schnell gab der niederländische Schiedsrichter Danny Makkelie die Aberkennung des Treffers, aufgrund einer Abseitsstellung des 29-jährigen Innenverteidigers bekannt.

Somit ging es, wie bereits 14-Mal bei der WM 2022 in Katar, ohne Tore in die Halbzeitpause, aus welcher beide Mannschaften mit deutlich mehr Zug zum Tor herauskamen. In der 62. Minute konnte Spanien dann durch den eingewechselten Alvaro Morata in Führung gehen, nachdem der Stürmer eine ideale flache Flanke von Jordi Alba verwerten konnte. Kurz darauf kam es dann fast noch schlimmer für die DFB-Elf, als Marco Asensio aus einer vielversprechenden Position deutlich verfehlte. Daraufhin spielte auch die deutsche Mannschaft größer auf und erneut war der auffälligste deutsche Spieler der 19-jährige Jamal Musiala, welchem allerdings in der 73. Minute die Nerven versagten, als er relativ frei von der rechten Seite des Strafraums kommend zum Schuss kam, jedoch an Spaniens Schlussmann Unai Simon scheiterte. Aus der fast identischen Position machte es der eingewechselte Niclas Füllkrug dann zehn Minuten später besser und verwandelte den Ball mit einem kraftvollen und präzisen Schuss zum wichtigen 1:1 Ausgleich für Deutschland. Kurz vor Schluss hatte der ebenfalls eingewechselte Leroy Sané, welcher beim Auftaktspiel gegen Japan verletzungsbedingt ausfiel und wohl noch nicht ganz bei 100 % sei, noch einmal eine hochkarätige Chance auf den Führungstreffer, als der Bayern-München-Star sich beim Zulaufen auf das spanische Tor gegen einen Schuss entschied und anstatt dessen versuchte an Spaniens Torhüter Simon vorbeizuziehen und den Ball in die Mitte auf den lauernden Füllkrug abzulegen, was ihm jedoch nicht gelang. Damit blieb es am Ende beim Spielstand von 1:1.

Wichtiger Punkt für Deutschland vor dem letzten Gruppenspieltag

Der späte Treffer von Niclas Füllkrug verhinderte einen katastrophalen Start für die deutsche Mannschaft und lässt außerdem die deutschen Fans aufgrund der Niederlage Japans gegen Costa Rica auf ein Weiterkommen hoffen, nach dem man bei der letzten WM 2018 in Russland enttäuschend bereits in der Gruppenphase ausschied. Vor dem letzten Gruppenspieltag ist nun klar, dass Deutschland zunächst das eigene Spiel gegen Costa Rica definitiv gewinnen muss und zudem bei einer Punkteteilung zwischen Spanien und Japan das letzte Gruppenspiel mit mindestens zwei Toren Abstand gewinnen müsste, um eine bessere Tordifferenz als das in diesem Szenario punktgleiche Japan zu haben. Sollte die japanische Mannschaft gegen Spanien verlieren, muss Deutschland lediglich gewinnen, um an Japan vorbeizuziehen und die Gruppenphase bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Katar auf dem zweiten Platz zu beenden. Wenn die japanische Nationalmannschaft jedoch gegen Spanien gewinnen sollte, würde ein Weiterkommen der deutschen Mannschaft nahezu unmöglich werden, denn dann müsste man eine bessere Tordifferenz als Spanien haben, welches momentan bei +7 steht, während Deutschland bei -1 steht.

Tabelle Gruppe E

  1. Spanien                 4 Pkt (TD +7)
  2. Japan                     3 Pkt (TD 0)
  3. Costa Rica             3 Pkt (TD -6)
  4. Deutschland         1 Pkt (TD -1)

 


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