Am heutigen Nachmittag fand im „Khalifa International Stadium“ vor knapp 45.000 Zuschauern das Spiel um den dritten Platz bei der diesjährigen Weltmeisterschaft zwischen Kroatien und Marokko statt. Das Spiel konnte Kroatien am Ende mit 2:1 knapp für sich entscheiden und damit zum zweiten Mal in Verbandsgeschichte, nach Bronze bei der ersten WM-Teilnahme als unabhängiges Land 1998, den dritten Platz bei einer Weltmeisterschaft belegen.

Jüngster Torschütze Kroatiens leitet Sieg ein

Das Spiel um den dritten Platz war der krönende Abschluss für das überragende Turnier von Josko Gvardiol, dem talentierten Innenverteidiger der Kroaten, welcher nach der Begegnung zum „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde. Mit seinem Treffer leitete er nämlich den Sieg seiner Mannschaft ein und überzeugte zudem, wie bereits über das ganze Turnier, in der Defensive. Durch seinen Treffer ist er nun der jüngste Torschütze in der Geschichte des kroatischen Fußballverbandes. Durch seine herausragenden Turnierleistungen ist der 20-Jährige bei sämtlichen europäischen Topklubs in aller Munde, allerdings steht er bei RB Leipzig bis 2027 unter Vertrag, jedoch soll es eine Ausstiegsklausel von satten 112 Millionen Euro im Jahr 2024 geben, womit der junge Kroate zum ersten Verteidiger werden würde, der die Marke von 100 Millionen Euro Ablösesumme knacken würde.

Das Spiel startete auch gleich mit dem besagten Führungstreffer von Josko Gvardiol, welcher nach einer Ablage von Ivan Perisic zum Kopfball eingeflogen kam und den Ball am marokkanischen Torhüter Yassine Bounou vorbeiköpfte, wodurch die „Vatreni“ bereits früh in Führung gehen konnte. Auf der anderen Seite stand mit Marokko jedoch die Turniersensation bei der diesjährigen WM in Katar und auch bei den Marokkanern sind einige kopfballstarke Spieler im Kader, so auch Achraf Dari, welcher bereits zwei Minuten darauf ebenfalls per Kopf traf und damit das Spiel ausglich. Somit waren nach gerade einmal neun Minuten bereits zwei Tore gefallen und die Begegnung versprach großes, allerdings beruhigten sich beide Offensiven im Anschluss an die furiose Anfangsphase und das Spiel nahm den zuvor vermuteten Spielverlauf an, nämlich die Kroaten als ballführende und die Marokkaner als verteidigende Mannschaft, die auf ihre Chance wartete. Mit dieser Taktik hatte die marokkanische Mannschaft von Nationaltrainer Walid Regragui im bisherigen Turnierverlauf bereits einige Giganten des Weltfußballs wie Spanien oder Portugal geschlagen. Aber auch der kroatischen Mannschaft gelang bereits ein Überraschungssieg im Viertelfinale gegen einen der Topfavoriten auf den Titelgewinn mit Brasilien. Somit war zu erwarten, dass es zu weiteren Chancen in der ersten Hälfte kommen würde und in der 42. Minute kam es dann zu einem absoluten Traumtreffer durch Mislav Orsic, durch welchen die Schützlinge von Nationaltrainer Zlatko Dalic erneut die Führung übernahmen. Der 29-jährige, welcher zu einem von vier Spielern des heimischen Hauptstadtklubs Dinamo Zagreb gehört, setzte von linken Strafraumrand zum angeschnittenen Kunstschuss an, welcher an Bounou vorbei vom Innenpfosten in das Tor zirkelte. Damit ging es nach einer ereignisreichen ersten Spielhälfte in die Halbzeitpause in Ar-Rayyan.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam es fast zum Doppelpack vom Orsic, aber sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Daraufhin kam es zu Protesten seitens der Kroaten, als Gvardiol im Strafraum fiel, während Marokkos Sofyan Amrabat ihm eng auflief, allerdings zeigte Schiedsrichter Abdulrahman Al Jassim nicht auf den Punkt und auch der VAR schaltete sich nicht ein. Während des Spiels als auch danach sollte es noch vermehrt zu Beschwerden, besonders seitens der Marokkaner, über die Leistung des katarischen Schiedsrichters kommen, welcher von der FIFA trotz mangelnder internationaler Erfahrung überraschend den Zuspruch für das Spiel um Platz 3 bekommen hatte. Im Anschluss an die Strafraumszene um Gvardiol und Amrabat kam es beinahe zum Ausgleich der „Löwen vom Atlas“, als Youssef En Nesyri aus kurzer Distanz am kroatischen Schlussmann Dominik Livakovic scheiterte. Kurz vor Schluss kam es dann noch einmal zu einer spannenden Phase, denn zunächst hatte Mateo Kovacic eine Riesenchance, um mit einem Treffer zum 3:1 das Spiel frühzeitig zu entscheiden. So mussten die Kroaten jedoch nochmal um die Führung bangen, besonders als die Marokkaner vehement einen Elfmeter forderten und den Unparteiischen Al Jassim besetzten, welcher auch nach dem Spiel heftige Kritik seitens der marokkanischen Spieler einstecken musste. Eine Chance auf den Ausgleich sollte es noch geben, als En Nesyri in den Schlussmomenten noch einmal zum Kopfball aufstieg, jedoch knapp über die Latte köpfte, womit die Niederlage für Marokko besiegelt war.

Wie einst Suker und co – dritter Platz passend zum Abschied eines Helden

Mit der Bronzemedaille bei der diesjährigen Weltmeisterschaft baut Kroatien nicht nur die beeindruckende Turnierbilanz von zweimal Bronze und einmal Silber bei gerade einmal sechs WM-Teilnahmen aus, sondern bereitet gleichzeitig dem wahrscheinlich besten kroatischen Spieler aller Zeiten, Kapitän und Rekordnationalspieler Luka Modric, einen heldenhaften Abschied. Der 37-Jährige tritt zwar noch nicht aus der Nationalmannschaft zurück, jedoch war die diesjährige WM wohl seine letzte. Modric, einer der besten Mittelfeldspieler seiner Generation, absolvierte mit 19 WM-Spielen die meisten in der Geschichte der kroatischen Nationalmannschaft und ist mit insgesamt 162 Länderspielen alleiniger Rekordnationalspieler Kroatiens. Während das diesjährige Turnier das Ende der WM-Reise für den Ballon D’Or Sieger von 2018 war, rechnet man bei den Kroaten mit einer Teilnahme von Modric bei der EM 2024 in Deutschland.


Bochum - Hoffenheim
Bayern Munich - Eintracht Frankfurt