Für die deutsche Frauennationalmannschaft steht nach dem enttäuschenden 1:1 Unentschieden gegen Südkorea das Vorrundenaus fest. Das Gruppenaus wurde schlussendlich durch den 1:0 Sieg der Überraschungsmannschaft aus Marokko gegen Kolumbien besiegelt, denn bei einem Unentschieden wäre Deutschland aufgrund des besseren Torverhältnisses in das Achtelfinale eingezogen. Damit folgen die deutschen Damen den Männern, welche ebenso bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in der Gruppenphase gescheitert waren. Historisch ist die Blamage besonders deswegen, weil es das erste Vorrundenaus in der Geschichte der Frauennationalmannschaft ist.  

Popp alleine reicht nicht 

Beim Gruppenfinale im “Suncorp Stadium” in Brisbane kamen die DFB-Frauen nicht über ein 1:1 Unentschieden aus, womit die knapp 40.000 Zuschauer das erste Vorrundenaus in der Geschichte der ansonsten enorm erfolgreichen deutschen Frauennationalmannschaft sahen. Die Mannschaft von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg startete unerwartet nervös in das Spiel und ließ früh zwei Riesenchancen zu. Die erste konnte von Torhüterin Merle Frohms noch an den Pfosten gelenkt werden, bei der zweiten Gelegenheit war die 28-jährige vom VFL Wolfsburg dann jedoch chancenlos, als die Südkoreanerin Sohyun Cho alleine vor dem Tor die Nerven behielt und zum Führungstreffer einnetzte. Selbst nach dem frühen Rückstand gelang den deutschen Damen in der Offensive wenig, es fehlte häufig der sogenannte “letzte Pass”. Das einzige bewährte Mittel war die Kombination Flanke – Kopfball Popp. Diese Kombination führte dann in der 42. Minute auch zum Erfolg, als der deutschen Kapitänin Popp per platziertem Kopfball der Ausgleichstreffer geling. In der 58. Minute gelang dann endlich mal eine gute Offensivaktion, welche in einem Treffer von Jule Brand endete. So dachte man zumindest, denn nach VAR-Überprüfung wurde das Tor dann aufgrund einer Abseitsstellung der 20-jährigen Brand zurückgenommen. Beim 1:1 Spielstand blieb es dann auch bis zum Schluss, ganz zum Bedauern der deutschen Hoffnungen auf den Achtelfinaleinzug. 

Fassungslosigkeit nach dem Spiel 

Nach Abpfiff war den deutschen Nationalspielerinnen die Enttäuschung klar anzusehen. Leere Gesichter, Fassungslosigkeit, Kapitänin Alexandra Popp fand im Interview nach dem Spiel kaum Worte. Mitspielerin Jule Brand brachte es knapp auf den Punkt, man habe nicht auf den Platz gebracht, was man könne. Bundestrainerin Voss-Tecklenburg fand beim ZDF-Interview klarere Worte zum Gruppenaus, man habe zwar Herz gezeigt, allerdings hätte man nie in das Spiel reingefunden und wäre auch verunsichert gewesen, was besonders in der Anfangsphase zu beobachten war. Ironischerweise war es erneut Südkorea, wie bereits bei den Männern 2018 in Russland, das für eine Blamage in der Gruppenphase sorgte. 


Bochum - Fortuna Düsseldorf