Ab vergangenem Samstag wird der diesjährige Afrika Cup der Frauen in Marokko ausgetragen, durch welchen sich die Halbfinalisten direkt für die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland qualifizieren können und weiterhin die 2 besten Gruppendritten die Chance bekommen, in den Inter-Confederation Playoffs gegen die Nationalmannschaften der anderen Konföderationen um die verbleibenden WM-Plätze zu kämpfen.

In der 14. Edition des Afrika Cup der Frauen wird es erstmalig 12 Teilnehmer geben. Das Turnier wird in der marokkanischen Hauptstadt Rabat sowie in der größten Stadt des Landes, Casablanca, ausgetragen. Das Turnier ist nicht nur von hohem sportlichen Stellwert, sondert ist insbesondere ein Zeichen für den Fortschritt des Frauenfußballs in Afrika. So wird der Afrika Cup erstmalig in ganz Afrika im Free-TV ausgestrahlt, was zu dem Rekord für das größte TV-Publikum bei einem Frauensportevent in der afrikanischen Geschichte führen wird. Außerdem wird das Finale am 23. Juli, und damit knapp eine Woche vor dem Tag der afrikanischen Frauen am 31. Juli, ausgetragen.

Das Eröffnungsspiel fand am 02. Juli in Rabat zwischen dem Gastgeber Marokko und einem von vier Debütanten bei der diesjährigen WAFCON, Burkina Faso, statt. Die Gruppe A wird von den Nationalmannschaften des Senegal und Ugandas komplettiert. Die Mannschaft des Gastgeberlandes hat bei der diesjährigen Ausgabe des Afrika Cup einige talentierte und erfolgreiche Spielerinnen dabei, denn gleich 13 Spielerinnen sind für den marokkanischen Top-Klub ASFAR aktiv, welcher in Marokko 8 Meisterschaften in Folge seit 2013 gewinnen konnte und zudem in der ersten Saison der neu gegründeten CAF Women’s Champions League das Halbfinale erreichen konnte. Eine weitere Demonstration des Fortschrittes bezüglich der Frauennationalmannschaft Marokkos war der 1:0 Sieg gegen das starke Kamerun beim Aisha Buhari Cup.

Betrachtet man die bisherigen Leistungen von Kamerun bei dem Afrika Cup wird einem schnell klar, wieso sie als einer der Favoriten in diesem Jahr gelten. Man konnte sowohl 2014 als auch 2016 den 2. Platz erreichen und konnte bei dem letzten Turnier 2018 den dritten Platz erreichen. Die Gruppe der Kamerunerinnen wird vervollständigt durch einen weiteren Debütanten, Togo, sowie Sambia und Tunesien. Besonders das Stürmertrio Kameruns dürfte für viel Furore in den gegnerischen Defensiven sorgen. Für die Kapitänin, Gabrielle Estelle Onguene, ist es bereits der siebte Afrika Cup, doch die 33-jährige ist nicht nur erfahren, sondern auch sehr erfolgreich, denn sie nahm mit Kamerun bereits an den olympischen Spielen teil und wurde außerdem beim Afrika Cup 2016 Spielerin des Turniers. Neben ihr steht Michaela Abam, welche für Houston Dash spielt, und die Stürmerin von Inter Milan, Nchout Njoya Ajara, welche 2019 den zweiten Platz bei der Wahl zu Afrikas Spielerin des Jahres erreichte. Jedoch ist die kamerunische Mannschaft insgesamt eher unerfahren, denn gleich 19 von 26 Spielerinnen sind Debütanten in der Nationalmannschaft, darunter auch ältere Spielerinnen wie die 33-jährige Verteidigerin Estelle Johnson vom Sky Blue FC aus New Jersey sowie alle drei Torhüterinnen im Kader.

In der Gruppe C stehen sich die beiden Rivalen Nigeria und Südafrika gegenüber. Weiterhin befinden sich mit Burundi und Botswana die verbleibenden zwei Debütanten bei der diesjährigen WAFCON in der Gruppe. Der Rekordsieger des Afrika Cup, Nigeria, konnte bei der vorherigen Ausgabe 2018 nur knapp gegen Südafrika mit 4:3 im Elfmeterschießen gewinnen. Dabei ist Nigeria das mit Abstand dominanteste Land im afrikanischen Frauenfußball. Man konnte das Finale des Afrika Cup bisher in jedem Jahr erreichen und verlor dabei nur 2-mal gegen den bisher einzigen anderen Sieger der WAFCON, Äquatorialguinea. Jedoch schwindet die Dominanz Nigerias langsam, denn immer mehr Nationalmannschaften werden stärker und stärker, sodass sich auch die „Super Falcons“ bemühen müssen, um besser zu werden. Dafür setzt man auf einige Spielerinnen, die durch ihre nigerianischen Eltern für die Nationalmannschaft spielen dürfen, allerdings im Ausland geboren und aufgewachsen sind und bei Top-Klubs spielen. Besonders bekannte Beispiele dafür sind die in den USA geborenen Payne Geschwister, welche Geschichte schrieben, als sie während der US Soccer’s  WNT Sommer Series das erste Geschwisterpaar wurden, dass für die nigerianische Nationalmannschaft zur selben Zeit auf dem Feld stand. Während die sechs Jahre ältere Toni Payne beim FC Sevilla spielt, ist ihre jüngere Schwester Teil des amerikanischen College Teams der West Virginia Mountaineers.

Es bleibt abzuwarten, ob beim diesjährigen Afrika Cup die Nationalmannschaft Nigerias ihre Dominanz erneut unter Beweis stellen kann und einen 12. Titel gewinnen kann, oder ob sich ein anderes Land in die bisher überschaubare Liste der Gewinner eintragen darf. Besonders in Bezug auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaft wird es neben den drei Top-Favoriten in ihrer jeweiligen Gruppe definitiv noch ein weiteres Land geben, dass sich direkt einen Platz für die WM im nächsten Jahr sichern wird. Außerdem werden auch die zwei besten Gruppendritten mit der Chance auf das Kämpfen um die WM-Teilnahme im Zuge der Inter-Confederation Playoffs belohnt, wodurch auch die Debütanten durchaus erfolgreich beim diesjährigen Turnier sein können, selbst wenn sie sich nicht für die Endrunde qualifizieren können.


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