Die französische Nationalmannschaft konnte sich am heutigen Abend im Halbfinale der diesjährigen Weltmeisterschaft in Katar mit 2:0 gegen Marokko durchsetzen und damit das Endspiel erreichen. Damit bewahrt sich Frankreich die Chance auf die Titelverteidigung, was das letzte Mal Brasilien vor mehr als 50 Jahren gelungen ist. Um den prestigereichen Weltmeistertitel kämpfen am 18. Dezember um 16 Uhr MEZ die Franzosen und die Argentinier im „Lusail Stadium“, während es am Vortag um 16 Uhr MEZ für Kroatien und Marokko um den dritten Platz geht.

Französische Offensive zu viel für marokkanische Defensive

Mit zwei Gegentreffern hat die marokkanische Abwehr beim Halbfinalspiel gegen Frankreich mehr Gegentore kassiert als im gesamten bisherigen Turnierverlauf, denn bis zum Halbfinale kassierte die Defensive der „Löwen vom Atlas“ lediglich einen Treffer, und zwar ein Eigentor gegen den vermeintlich schwächsten Gegner, Kanada. Somit wurde die Klasse der Offensive der „Tricolore“, wie die französische Mannschaft auch genannt wird, beim 2:0 Sieg umso deutlicher. Für Frankreich geht es am Sonntag nun zum zweiten Mal in Folge im Finale um den WM-Titel, dieses Mal kann die Mannschaft um Superstar Kylian Mbappe jedoch historisches schaffen, denn eine Titelverteidigung gab es in der WM-Geschichte nur zwei Mal (Italien 1934 und 1938, Brasilien 1958 und 1962). Auf der anderen Seite möchte Argentinien bei dem letzten WM-Turnier von Lionel Messi zum dritten Mal in Verbandsgeschichte und zum ersten Mal seit dem legendären Titelgewinn der Mannschaft um Legende Diego Maradona (1986) den WM-Pokal in den Händen halten.

Die Marokkaner starteten mutig in das Spiel und versuchten offensiv zu agieren, was „Les Bleus“ allerdings bereits nach fünf Minuten bestraften, als Antoine Griezmann eine Lücke in der sonst so starken marokkanischen Defensive fand und einen Schuss abgab, den Marokko zwar noch abblocken konnte, der Abpraller jedoch über Kylian Mbappe schlussendlich beim Linksverteidiger Theo Hernandez landete, welcher den Ball dann zur Führung seiner Mannschaft verwandeln konnte. Damit kassierte Marokko nach fünf Spielen das erste Gegentor durch einen gegnerischen Spieler, nachdem gegen Kanada ein Eigentor von Nayef Aguerd der bisher einzigen Gegentreffer war. Davon ließ sich die Mannschaft von Nationaltrainer Walid Regragui jedoch nicht unterkriegen und es wurde gleich im Anschluss an das Gegentor offensiv Druck ausgeübt. Dieser führte zu Schussmöglichkeiten für Azzedine Ounahi (9‘) und für Hakim Ziyech (15‘), welche allerdings kein Problem für den französischen Torhüter und Kapitän Hugo Lloris darstellten. Daraufhin gab es dann auf der anderen Seite eine gefährliche Chance für Olivier Giroud, welcher einen Schuss abgab, aber nur den Pfosten traf. Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte kam es dann beinahe zum potenziellen Tor des Turniers, denn nach einer Ecke von Ziyech setzte Innenverteidiger Jawad El-Yamiq zum Fallrückzieher an, welcher allerdings von Lloris gerade noch an den Pfosten gelenkt werden konnte. Damit ging es für beide Mannschaft mit einem Spielstand von 1:0 für Frankreich in die Halbzeitpause.

In der zweiten Hälfte dauerte es dann einige Zeit, bis es eine gefährliche Torchance gab, da das Spiel zu Beginn des zweiten Spielabschnittes eher defensiv orientiert war. Die französische Mannschaft, geleitet vom langjährigen Nationaltrainer und Weltmeister von 1998 Didier Deschamps, musste dann in der 74. Minute um die Führung bangen, als Abderrazak Hamdallah gleich zweimal von der Defensive der Franzosen gestoppt werden musste. Dies war nur eine von einigen gefährlichen Chancen der Marokkaner in der zweiten Halbzeit, welche Chancen auf den Ausgleich hatten und diesen bei einem „Expected Goals“ Wert von 0,95 auch durchaus verdient hätten. Die französische Abwehr hielt jedoch stand und in der 79. Minute sollte der gerade erst eingewechselte Randal Kolo Muani mit seinem ersten Treffer für die Nationalmannschaft das Halbfinale entscheiden. Der 24-jährige Stürmer vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt befand sich nach einer zunächst geblockten Hereingabe von Mbappe in der perfekten Position, um den Abpraller aus etwa zwei Metern einzuschieben und zum 2:0 für Frankreich zu treffen. Bei dem Spielstand sollte es dann am Ende auch bleiben, womit das Halbfinalaus der Turniersensation Marokko besiegelt war, welche nun ihr ohnehin bereits enorm erfolgreiches Turnier mit dem dritten Platz am Samstag abschließen wollen, während die Franzosen am darauffolgenden Tag gegen Argentinien um den Turniersieg kämpfen werden.

Final-Showdown im Rennen um den goldenen Schuh

Im Endspiel der diesjährigen WM in Katar kommt es nicht nur zum Duell zweier Nationen mit jeweils zwei Weltmeistertiteln, sondern auch zum Duell zwischen den beiden bisherigen Toptorschützen Lionel Messi und Kylian Mbappe um den begehrten Titel des besten WM-Torschützen. Sowohl Messi als auch Mbappe stehen vor dem Finale bei fünf Toren. Somit haben am Sonntag beide Spieler die Chance, ihren ersten goldenen Schuh bei einer Weltmeisterschaft zu gewinnen. Mbappe traf bisher lediglich im Viertelfinale nicht, während Messi ebenfalls nur in einem Spiel, nämlich im Gruppenspiel gegen Polen, kein Tor erzielen konnte.

 


Bochum - Fortuna Düsseldorf