Das Finale des Africa-Cups der Frauen wurde am vergangenen Abend im Prince Moulay Abdellah Stadium in Rabat ausgetragen, in welchem das Gastgeberland Marokko und Südafrika aufeinandertrafen. Nach Ablauf der regulären Spielzeit stand es 2:1 für Südafrika, welches damit seinen ersten Afrika-Cup Titel im Frauenbereich gewann und der erst dritte Turniersieger nach Rekordsieger Nigeria und Äquatorialguinea wurde.

Doppelpack von Magaia entscheidet Finale

Vor ausverkauftem Stadion in Rabat konnte „Banyana Banyana“, wie die südafrikanische Frauennationalmannschaft auch genannt wird, in der 63. Minute das erste Tor des Spiels erzielen und durch Hildah Magaia in Führung gehen. Daraufhin bauten sie, erneut durch Magaia nach starker Vorarbeit von Karabo Dlamini, die Führung in der 71. Minute aus und erzielten das zwischenzeitliche 2:0. Das Gastgeberland erzielte im Anschluss in der 80. Minute das 2:1 durch Rosella Ayana und machte danach in den abschließenden 20 Minuten, einschließlich 9 Minuten Nachspielzeit, noch einmal Druck in der Hoffnung, eine Verlängerung durch den 2:2 Ausgleich zu erzwingen. Dazu kam es jedoch nicht und so pfeifte Schiedsrichterin Salima Mukansang das Spiel beim Endstand von 2:1 für Südafrika ab, welches sich dadurch erstmalig zum Afrika-Cup Sieger kürte.

Nach dem Spiel wurde die marokkanische Toptorschützin Ghizlane Chebbak zur Spielerin des Turniers gekürt und die südafrikanische Andile Dlamini zur besten Torhüterin des Turniers.

Im Turnierverlauf einige Überraschungen

Nach der Gruppenphase gab es einige Überraschungen, so konnte Sambia Gruppenerster werden und sich in der Gruppe B gegen Tunesien, Debütant Togo und den eigentlichen Favoriten auf den Gruppensieg, Kamerun, durchsetzen. Daraufhin zitterte man sich nach einem 1:1 nach Ablauf der regulären Spielzeit im Viertelfinale gegen Senegal im Elfmeterschießen zum Sieg und Einzug in das Halbfinale. Dort traf man auf den späteren Turniersieger Südafrika und verlor knapp mit 1:0. Für die größte Überraschung sorgten die Fußballerinnen Sambias jedoch im Spiel um Platz 3, wo es gegen den Rekordsieger Nigeria, welcher allerdings aufgrund von Sperren durch Rote Karten und Verletzungen geschwächt war, ging. Sambia gewann das Spiel um Platz 3 mit 1:0 und konnte damit bei seiner mittlerweile vierten WAFCON-Teilnahme mit der Bronze-Medaille das bisher beste Ergebnis erzielen, nachdem man nach einem Viertelfinaleinzug 1995 stets in der Vorrunde ausgeschieden war.

Für die bisher dominanteste Nationalmannschaft im afrikanischen Frauenfußball, Nigeria, verlief die diesjährige WAFCON, trotz erfolgreicher Qualifikation für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr, eher enttäuschend. Zunächst musste man sich in der Gruppenphase dem Rivalen Südafrika geschlagen geben, wodurch man nur Gruppenzweiter werden konnte. Daraufhin gewann man das Viertelfinale zwar gegen Kamerun mit 1:0, verlor allerdings im Halbfinale gegen Marokko nach Elfmeterschießen, nachdem man zuvor in der regulären Spielzeit 2 Rote Karten kassiert hatte. Diese 2 Rote Karten sollten auch noch eine Rolle für das Spiel um Platz 3 gegen Turnierüberraschung Sambia spielen, denn durch die Sperren von Halimatu Ayinde und Rasheedat Ajibade sowie die Verletzungen von CB Onome Ebi und Star-Spielerin Asisat Oshoala musste man geschwächt in das Spiel gehen, welches man dann mit 1:0 verlor.

WM-Teilnehmer stehen damit fest

Nun stehen auch die afrikanischen WM-Teilnehmer für die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland fest. Die 4 Halbfinalisten Sambia, Nigeria, Marokko und Südafrika konnten sich direkt qualifizieren, wobei es für Sambia sowie Marokko die erste WM-Teilnahme sein wird, während Nigeria zum achten Mal und Südafrika zum zweiten Mal antreten wird. Weiterhin spielten die 2 besten Gruppendritten, Tunesien und Botswana, in der „Repechage“ gegen die anderen beiden ausgeschiedenen Viertelfinalisten um die Qualifikation für die Interkonföderation Playoffs, bei welchen noch einmal Mannschaften aus sämtlichen Konföderationen um die verbleibenden 3 WM-Teilnehmerplätze kämpfen werden.


Bochum - Fortuna Düsseldorf