Der portugiesische Nationaltrainer Fernando Santos hat seinen 26-Mann Kader für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Katar veröffentlicht. Portugal möchte nach dem EM-Sieg 2016 und dem Nations League Titel 2019 nun den nächsten Schritt gehen und zum ersten Mal in Verbandsgeschichte den Weltmeistertitel einfahren. Dafür müssen die Portugiesen zunächst in der Gruppenphase gegen Ghana (24. November), Uruguay (28. November) und Südkorea (2. Dezember) antreten.

Cristiano Ronaldo mit vermutlich letzter Chance auf WM-Titel

Für den 37-jährigen Cristiano Ronaldo ist die diesjährige WM vermutlich die letzte Chance auf den prestigereichsten Titel der Welt, denn bei der nächsten WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wird Ronaldo vermutlich nicht mehr für sein Land an den Start gehen. „CR7“ gehört zu einem der besten Fußballspieler aller Zeiten und ist mit seinen 117 Toren in 191 Länderspielen der erfolgreichste Torschütze jemals im internationalen Fußball. Der aus der Jugend von Sporting Lissabon stammende Ronaldo hat schon zahlreiche Erfolge in seiner Vereinskarriere einfahren können und 2016 gelang ihm dann auch endlich der erste große Coup mit der Nationalmannschaft, nämlich der Sieg der Europameisterschaft. Darauf folgte im Jahr 2019 ein weiterer internationaler Erfolg, als er mit Portugal die erste Ausgabe der Nations League gewinnen konnte. Auf den ganz großen Erfolg für sein Land wartet Ronaldo allerdings noch, nämlich den Weltmeistertitel. In letzter Zeit gelang Ronaldo jedoch vermehrt bei seinem Verein Manchester United, zu dem er nach knapp 10 Jahren bei Real Madrid und 3 Jahren bei Juventus Turin im vergangenen Jahr zurückkehrte, in die Schlagzeilen, und zwar nicht aus sportlichen Gründen. Der Nationalmannschaftskapitän soll nämlich beim Ligaspiel von United gegen die Tottenham Hotspurs eine Einwechslung verweigert haben, woraufhin er vom Verein für ein Spiel aus dem Kader gestrichen wurde. In einem kürzlich erschienen Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan hat Ronaldo dann das Fass überlaufen lassen und so einiges ausgepackt, unter anderem, dass er sich vom Verein betrogen fühlen würde und er keinen Respekt für Cheftrainer Erik ten Hag hätte, da dieser ihn auch nicht respektieren würde. Es bleibt abzuwarten, ob Cristiano Ronaldo die Schwierigkeiten bei seinem Verein hinter sich lassen kann und sein Land bei der WM zum lang ersehnten ersten Titel führen kann.

Neben Ronaldo ist der portugiesische WM-Kader gefüllt mit prominenten Namen wie Bruno Fernandes, Bernardo Silva, Joao Felix, Rafael Leao und vielen weiteren. Mit Bruno Fernandes hat man einen der besten Mittelfeldspieler der Premier League in seinen Reihen und Stürmer Rafael Leao befindet sich momentan in Spitzenform und erzielte für den AC Mailand in 20 Spielen bereits 7 Treffer und bereitete weitere 9 vor. Joao Felix befindet sich zwar im Moment in einem leichten Formtief, jedoch gehört der 23-jährige Stürmer von Atletico Madrid weiterhin zu einem der größten Stürmertalente der Welt.

In der Verteidigung kann Fernando Santos mit Pepe auf einen der erfahrensten Spieler bei der WM zurückgreifen. Der 39-jährige Innenverteidiger, der mit 128 Länderspieleinsätzen nach Kapitän Cristiano Ronaldo der erfahrenste Spieler in Portugals WM-Kader ist, möchte bei seiner vierten und vermutlich auch letzten Weltmeisterschaft nun mit Portugal den ersten WM-Titel einfahren. Die Defensive wird auf der Außenverteidigerposition von Joao Cancelo verstärkt. Cancelo wird im Moment von vielen als der beste Außenverteidiger der Welt gehalten und bringt besonders im Offensivspiel auf den Flügeln enorm viele Qualitäten mit.

Jota und Sanches nicht im WM-Kader

Mit Diogo Jota hat Fernando Santos einen der besten portugiesischen Stürmer ein wenig überraschend nicht nominiert. Jota überzeugte beim FC Liverpool besonders in der letzten Saison von sich, in welcher er in 55 Spielen auf insgesamt 29 Scorerpunkte kam (21 Tore, 8 Assists) und das Finale der Champions League erreichen konnte. Während Santos den 25-jährigen aus Porto stammenden Jota für die vergangenen Europameisterschaft nominierte, wurde er im WM-Kader Portugals nicht vom Nationaltrainer berücksichtigt.

Eine weitere Überraschung bezüglich der Nichtnominierungen war Renato Sanches. Der Mittelfeldstratege war ein wichtiger Bestandteil der portugiesischen Mannschaft, die bei der EM 2016 den Titel gewinnen konnte, weshalb viele Experten mit einer Nominierung des 25-Jährigen für die WM in Katar rechneten.

Was Eusebio, Luis Figo, Rui Costa usw. nicht schaffen konnten, soll nun gelingen

In der Geschichte der portugiesischen Nationalmannschaft gab es bereits einige Mannschaften mit Weltklassespielern und Legenden des Fußballs wie Eusebio, Luis Figo, Rui Costa, Joao Pinto etc., jedoch gelang es keinem von ihnen, Erfolge mit ihrem Land einzufahren. Nicht einmal die sogenannte „Goldenen Generation“ Portugals mit Luis Figo, Rui Costa, Joao Pinto oder Fernando Couto, welche 2-Mal im Juniorenbereich Weltmeister werden konnten, konnte mit der Nationalmannschaft Titel gewinnen. Dies gelang jedoch der Generation rund um Superstar Cristiano Ronaldo, welche die Europameisterschaft 2016 gewinnen konnte und außerdem auch die erste Auflage der Nations League 2019 für sich entscheiden konnte. Bei den Weltmeisterschaften war Portugal bisher jedoch weniger erfolgreich, das beste Turnierergebnis liegt bereits lange zurück, nämlich 56 Jahre, als 1966 der 3. Platz erreicht werden konnte.

Portugals WM-Kader

Torhüter:

Rui Patricio, AS Rom
Jose Sa, Wolverhampton Wanderers
Diogo Costa, Porto

Abwehr:

Pepe, Porto
Ruben Dias, Manchester City
Joao Cancelo, Manchester City
Nuno Mendes, Paris Saint-Germain
Diogo Dalot, Manchester United
Antonio Silva, Benfica
Raphael Guerreiro, Borussia Dortmund
Danilo Pereira, Paris Saint-Germain

Mittelfeld:

Vitinha, Paris Saint-Germain
William Carvalho, Real Betis
Bernardo Silva, Manchester City
Joao Mario, Benfica
Bruno Fernandes, Manchester United
Ruben Neves, Wolverhampton Wanderers
Joao Palhinha, Wolverhampton Wanderers
Matheus Nunes, Wolverhampton Wanderers
Otavio, Porto

Sturm:

Cristiano Ronaldo, Manchester United
Joao Felix, Atletico Madrid
Rafael Leao, AC Mailand
Ricardo Horta, Braga
Goncalo Ramos, Benfica
Andre Silva, RB Leipzig

 

 


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