Die spanische Frauen-Nationalmannschaft hat Geschichte bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland geschrieben und durch einen hart umkämpften 1:0 Finalsieg gegen England den allerersten Weltmeistertitel einfahren können. Vor einer Rekordkulisse von 75.784 Zuschauern in der australischen Metropole Sydney krönten sich die spanischen Fußballerinnen zum Weltmeister und holte damit den allerersten Titel im Frauenfußball, sowie den ersten spanischen WM-Titel seit den Männern 2010 in Südafrika. Es war erst die dritte Turnierteilnahme der “La Roja”, bisher war der Achtelfinaleinzug bei der letzten Weltmeisterschaft 2019 das beste Turnierergebnis und nun gelang der Sensationserfolg. 

Sommermärchen in Sydney 

Die Sensation ist gelungen, Spanien ist Weltmeister 2023. Im Finale ging es gegen die “Lionesses” aus England, welche zuvor im Halbfinale die Gastgeberinnen aus Australien mit 3.1 bezwingen konnten. Spanien setzte sich im Halbfinale gegen Schweden knapp mit 2:1 durch. Das Endspiel war über die gesamte reguläre Spielzeit hart umkämpft und es gab auf beiden Seiten reichlich Torchancen. Nach einem etwas verlegenen Start beider Mannschaften ging es ab der 16. Minute in eine hitzige Phase. Den Start machten die Engländerinnen und Stürmerin Hemp, welche knapp an der Latte scheiterte. Gleich in der nächsten Aktion war es dann im anderen Strafraum knapp, als die Spanierinnen eine Doppelchance verpassten. Zunächst verpasste Stürmersensation Salma, woraufhin der Ball bei Redondo landete, welche dann an der englischen Torhüterin Mary Earps scheiterte. In der 29. Minute war es dann aber so weit, die spanische Kapitänin Olga gab einen kraftvollen Schuss aus halblinker Position ab, welcher nicht zu halten war und den Spanierinnen das Führungstor bescherte. In der 64. Minute gab es dann nach langer Video-Überprüfung einen Strafstoß für Spanien und die Chance auf den Ausbau der Führung. Jenni Hermoso übernahm die Verantwortung, platzierte den Elfmeter jedoch nicht gut, wodurch Mary Earps einmal mehr parieren konnte. Dies gab den Engländerinnen nochmal Motivation und es kam noch zu einigen Torchancen, welche jedoch nicht zum Ausgleich führten, womit es beim knappen 1:0 für Spanien blieb. 

Im Spiel um Platz 3 ließen die Schwedinnen den Australierinnen keine Chance und siegten mit 2:0. Damit sicherten sich die schwedischen Fußballerinnen den dritten Platz, während die Gastgeberinnen aus Australien am Ende trotzdem zufrieden sein dürfen mit einem doch unerwarteten vierten Platz. 

WM-Sieg trotz Revolte vieler Spielerinnen 

Mit Spanien gibt es in diesem Jahr einen neuen Weltmeister, allerdings hat es vor Turnierstart Mannschaftsintern ordentlich gebrodelt. Der Grund war Spaniens Nationaltrainer Jorge Vilda, geborener Madrilene, der sich respektlos und stur gegenüber einigen Spielerinnen verhalten haben soll. Allen voran sollen Fußballerinnen des FC Barcelona, dem ewigen Rivalen von Real Madrid, betroffen gewesen sein. Insgesamt 15 Nationalspielerinnen beschwerten sich in einer öffentlichen Erklärung über die Zustände und das Verhalten von Vilda. Der 42-jährige soll unter anderem Taschen der Spielerinnen kontrolliert haben und das Abschließen der Hoteltüren verboten haben. Auch über das Training und das taktische Know-how beschwerten sich die besagten Spielerinnen. Sie forderten die Entlassung von Vilda und drohten mit einem Boykott, welchen am Ende 12 der 15 Spielerinnen durchsetzten. Der wohl größte Name unter den boykottierenden ist Mapi Léon, die zu den besten Abwehrspielerinnen weltweit gehört und öffentlich ihr Bedauern über die Situation geäußert hat. Der spanische Verband “RFEF” um Präsident Luis Rubiales stellte sich während des gesamten Boykotts hinter Vilda. Barcelona-Stars wie Jennifer Hermoso oder die zweimalige Weltfußballerin Alexia Putellas nahmen zwar nicht an dem Boykott teil, bekundeten jedoch ihre Solidarität gegenüber ihren Mitspielerinnen im Vereinsfußball. Dabei ist Jorge Vilda seit 2009 im spanischen Frauenfußball tätig, als er zunächst in den Juniorinnenmannschaften startete und so über Jahre die spanische Jugendarbeit förderte und großen Anteil an der Förderung von Talenten hatte. Nun ist trotz dem Boykott der WM-Triumph gelungen und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in der spanischen Nationalmannschaft mit Blick auf die Europameisterschaft 2025 entwickeln wird. 

 


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