Nach der Saga um die Entlassung der ehemaligen langjährigen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg stellte der DFB mit Horst Hrubesch zunächst einen alten Bekannten, der bereits 2018 die Frauen-Nationalmannschaft trainierte, erneut als Interimstrainer ein. Die deutsche Fußballlegende dankt jedoch nach den Olympischen Sommerspielen 2024 ab, sodass für die Zeit nach Hrubesch ein neuer Bundestrainer benötigt wird. Dieser wurde nun vom DFB vorgestellt und ist bereits seit langem für den deutschen Fußballverband tätig. 

Rückkehr zu den “deutschen Tugenden” unter Wück als Erfolgsrezept? 

Mit Christian Wück übernimmt ein bekannter Name beim DFB für Horst Hrubesch nach den Olympischen Spiele im kommenden Sommer. Besonders bekannt wurde Wück in Fußball-Deutschland dank der sensationellen Leistung seiner U17-Schützlinge, welche Ende letzten Jahres den allerersten Weltmeistertitel bei den U17-Junioren gewinnen konnten. Mit einigen der größten Talente im deutschen Fußball, wie dem besten Turnierspieler Paris Brunner (Borussia Dortmund), gelang Wück der bisher größte Coup seiner Trainerkarriere. Diese startete 2006 als Assistenztrainer bei Rot Weiss Ahlen, wo er in der Folgesaison seine erste Cheftrainerstelle bekam und direkt den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte. Nach einem weiteren Jahr bei Ahlen zog es den ehemaligen Bundesligaprofi nach Norddeutschland zu Holstein Kiel. Nach einer Saison bei Kiel startete Wück im November 2011 seine Laufbahn beim DFB als Co-Trainer der U16-Nationalmannschaft. Von da an durchlief der 50-jährige bis 2023 die Jugendkategorien der U15, U16 und U17 in mehreren Anläufen.  

Damit ist Wück nun bereits seit fast 13 Jahren beim DFB tätig und wird nun seine wohl größte bisherige Herausforderung als Trainer antreten. Der künftige Bundestrainer übernimmt nämlich eine Mannschaft, die wenig von den einst glorreichen Zeiten des deutschen Frauenfußballs spüren lässt. Lange Zeit galten die DFB-Frauen als eine der Top-Mannschaften weltweit und konnten zwei Weltmeistertitel sowie sieben Europameistertitel gewinnen, womit sie Rekordeuropameisterinnen sind. Die letzten Jahre unter Martina Voss-Tecklenburg als Bundestrainerin waren allerdings geprägt von einigen Misserfolgen, allen voran das allererste WM-Vorrundenaus der deutschen Fußballerinnen bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland. Bereits bei der WM 2019 in Frankreich enttäuschte die deutsche Mannschaft und schied bereits im Viertelfinale aus. Interimstrainer Horst Hrubesch brachte die DFB-Frauen seit seinem Amtsantritt wieder in die Spur und schaffte dank des dritten Platzes in der Nations League die Olympia-Qualifikation. Bei seinem letzten Turnier als Bundestrainer will Hrubesch dann im Sommer noch einmal alles aus der Mannschaft rausholen und eine olympische Medaille gewinnen.  

Dann kommt Wück und damit eventuell auch eine Rückkehr zu den “deutschen Tugenden”, Eine Aussage, welche der künftige Bundestrainer während der U17-WM tätigte und seither als Erfolgsrezept für den Weltmeistertitel gehandelt wurde. Im “Zweikampf unschlagbar” sollten die U17-Junioren von Wück sein und nun wird er diese Mentalität auch bei der Frauen-Nationalmannschaft implementieren. Wück sei es ein großes Anliegen, seine Mannschaften nicht nur offensiv, sondern insbesondere auch defensiv gut auszubilden. Ob die Spielanlage von Wück die DFB-Frauen zurück in die Erfolgsspur bringen kann, wird sich zeigen. Das erste große Turnier unter dem neuen Bundestrainer wird die Europameisterschaft 2025 in der Schweiz sein.  

Wück “stolz” auf Engagement als Bundestrainer 

Es ist für jeden Trainer eine große Ehre, einmal sein eigenes Land als Trainer anführen zu dürfen. Genau diese Ehre wird Christian Wück ab dem kommenden Sommer zu teil, denn der 50-jährige übernimmt die Frauen-Nationalmannschaft und ist auf sein neues Engagement als Bundestrainer “stolz”. Auch beim DFB zeigt man sich sehr zufrieden mit der gefundenen Lösung für das Problem der Position des Bundestrainers für die Frauen, so bezeichneten DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die DFB-Sportdirektorin für den Frauenfußball, Nia Künzer, den neuen Bundestrainer Wück als “ausgewiesenen Experten”. 

 


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