Vom 20. Mai bis zum 11. Juni sind in Argentinien die 24 besten Nationalmannschaften der Welt in der U20-Kategorie zusammengekommen, um den Juniorenweltmeister 2023 zu küren. Das Turnier wird vom Weltfußballverband „FIFA“ seit 1977 alle zwei Jahre ausgetragen und wurde in diesem Jahr, nach Kontroversen um den ursprünglichen Gastgeber Indonesien, im Land des Rekordweltmeisters Argentinien ausgetragen. Die „Albiceleste“ konnte sich sechs Mal zur besten Juniorennation der Welt küren, der letzte Titel liegt jedoch bereits 16 Jahre zurück. Zur U20-WM 2023 reisten die ukrainischen Junioren als amtierende Weltmeister an. Während vor dem diesjährigen Turnier bereits 11 Nationen mindestens einmal den Weltmeistertitel gewinnen konnten, reiste die uruguayische U20-Nationalmannschaft noch ohne WM-Titel an. Die Erwartungen an die Uruguayer waren hoch, denn man wollte nach dem enttäuschenden Vorrundenaus der Männer bei der letztjährigen Weltmeisterschaft in Katar wieder Erfolge nach Hause bringen.

Gruppenphase mit großen Überraschungen

Die U20 Weltmeisterschaft startete am 20. Mai mit jeweils zwei Eröffnungsspielen in der Gruppe A und B. Am Folgetag gab es dann gleich zwei U20-WM-Debütanten zu sehen, nämlich Israel (Gruppe C) und die Dominikanische Republik (Gruppe D). Besonders für die Junioren der Dominikanischen Republik war es ein besonderes Turnier, es hatte nämlich historischen Wert für den karibischen Inselstaat, denn es war überhaupt die allererste Teilnahme an einem FIFA-Turnier, egal in welcher Alterskategorie.

Auf der anderen Seite gab es auch die üblichen Teilnehmer wie Brasilien, Frankreich, Argentinien oder Nigeria. Einige dieser vermeintlichen Favoriten haben sich in der Gruppenphase nahezu fehlerfrei gezeigt, wie Gastgeber Argentinien und die USA, welche als einzige Nationen ohne Niederlage in der Vorrunde bestehen konnten. Dafür gab es aber auch einige Überraschungen, die wohl größte war die Leistung der französischen Junioren. Der Weltmeister von 2013 wurde vom letztjährigen Finalisten Südkorea und der Turnierüberraschung aus Gambia geschlagen, woraufhin der Einzug in die Runde der letzten 16 vom Rankin der drittplatzierten abhing. In diesem konnten sich die Franzosen aufgrund des Torverhältnisses nicht gegen Tunesien und die Slowakei durchsetzen, womit das Vorrundenaus beschlossene Sache war. In der Gruppe D, der vermeintlich schwersten Gruppe des Turnieres, konnten sich die brasilianischen Junioren als Gruppensieger und die italienischen Junioren um den späteren Top-Torschützen Cesare Casadei als Gruppenzweite durchsetzen. Nigeria konnte wiederum die beste drittplatzierte Nation der WM 2023 werden, auch dank eines 2:0 Sieges gegen Italien im zweiten Gruppenspiel. Auch in der Gruppe E konnten sich drei Nationen für das Achtelfinale qualifizieren, nämlich England, Uruguay und Tunesien.

Traumdebüt der Israelis wird vom späteren Weltmeister gestoppt

Unter den beiden Turnierdebütanten hatte die israelische Nationalmannschaft ein wahres Traumdebüt. Nach den Kontroversen um die Ablehnung der israelischen Junioren seitens des ursprünglichen Gastgebers Indonesien konnte Israel sensationell das Halbfinale erreichen und sich am Ende auch WM-Bronze mit einem 3:1 Sieg gegen Südkorea sichern. Auf dem Weg zu ihrem Sensationserfolg konnten die Israelis unter anderem den fünfmaligen Weltmeister Brasilien schlagen. Auf der anderen Seite des Turnierbaums überzeugten die italienischen Junioren mit drei überzeugenden Siegen gegen England (2:1), Kolumbien (3:1) und Südkorea (2:1) auf ihrem Weg zum Endspiel.

Die Bühne für das Endspiel am 11. Juni im „Estadio Unico Diego Armando Maradona“ war gesetzt, um 23:00 Uhr MEZ hieß es Italien gegen Uruguay vor über 40.000 Zuschauern. Das Spiel wurde von den Uruguayern über weite Strecken dominiert, am Ende hatten die Südamerikaner vier Schüsse aufs Tor. Die Offensive überzeugte im Finale also und auch die Defensive spielte außerordentlich dominant und hielt die beste Offensive der Vorrunde bei keinem einzigen Schuss auf das Tor. Die Erlösung für die uruguayischen Junioren kam in der 86. Minute durch den Treffer von Luciano Rodriguez, welcher die Uruguayer zum Weltmeister kürte.


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