Der Bundestrainer Hansi Flick verkündete in einer Pressekonferenz am DFB-Campus in Frankfurt heute um 12:00 Uhr seinen 26-Mann Kader für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Katar. Nach dem insgesamt vierten Weltmeistertitel 2014 möchte „Die Mannschaft“ erneut angreifen und den fünften Stern nach Deutschland holen, womit man mit Brasilien gleichziehen würde als erfolgreichste WM-Nation. Bei der letzten Weltmeisterschaft schied man enttäuschend bereits in der Gruppenphase aus, etwas, das der deutschen Nationalmannschaft auf keinen Fall noch mal passieren soll. Um ein frühes Ausscheiden zu verhindern, muss Deutschland in der Gruppe E gegen Japan (23. November), Spanien (27. November) und Costa Rica (1. Dezember) bestehen.

Finaltorschütze Götze wieder im Kader

Die wohl größte Schlagzeile bezüglich des deutschen WM-Kaders ist die Rückkehr des Finalhelden von 2014, Mario Götze. Der 30-Jährige hatte nach seiner heldenhaften Leistung im Endspiel der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien im Vereinsfußball eher weniger Erfolg, weshalb Anfang Oktober 2020, nachdem Götze 3 Monate vereinslos war, ein Wechsel in die Niederlande zum PSV Eindhoven folgte. In der Eredivisie überzeugte Götze und brachte konstant gute Leistungen, weshalb auch einige Bundesligaklubs zur Saison 2022/23 an ihm interessiert waren. Letztendlich wechselte Götze zum Beginn der aktuellen Saison zum amtierenden Europa League Sieger Eintracht Frankfurt. Mit seinen guten Leistungen über die letzten Jahre hat sich der Offensivspieler nun zurück in den DFB-Kader gekämpft und wird nun an seiner zweiten Weltmeisterschaft teilnehmen.

In der Defensive hat Flick mit Antonio Rüdiger seinen unangefochtenen Abwehrchef gefunden, welcher nach knapp 5 Jahren beim FC Chelsea zum Saisonbeginn nach Spanien zu Real Madrid wechselte. Unter Carlo Ancelotti ist Rüdiger beim amtierenden Champions League Sieger gesetzt und liefert stets gute Leistungen.

Das deutsche Mittelfeld verspricht viel, denn es gehört von der Qualität her zur Weltelite. Mit Kimmich und Goretzka hat man zwei Stars des FC Bayern München und neben dem Mittelfeldduo auch noch viele weitere Stars wie Ilkay Gündogan, der bei Manchester City zu den Leistungsträgern gehört, und Jamal Musiala, welcher in dieser Saison bisher zu den besten Bundesligaspielern gehört und die ganze Welt von seinen unglaublichen Qualitäten und Talent überzeugt, im Kader.

Im Sturm fehlt zwar der klassische Stürmer, eine Rolle, die vor der WM 2018 Miroslav Klose stets mit Bravour erfüllte, jedoch hat man mit Kai Havertz einen Spieler mit zahlreichen Offensivqualitäten, welcher außerdem von zahlreichen weiteren Stars wie dem Bayern-Duo Serge Gnabry und Leroy Sané unterstützt wird. Weiterhin verspricht der Sturm des DFB-Kaders besonders für die Zukunft vieles, denn mit Youssoufa Moukoko hat man einen der Toptorschützen der Bundesliga mit 6 Treffern im bisherigen Saisonverlauf, welcher gerade einmal 17 Jahre alt ist. Eine weitere kleine Überraschung im Sturm ist Niclas Füllkrug. Der Stürmer von Werder Bremen ist in diesem Jahr einer der besten Spieler in der Bundesliga und liegt in der Torschützenliste mit 10 Toren auf dem 2. Platz. Füllkrug spielte das letzte Mal in der U20 für den DFB.

Klostermann statt Hummels

Der deutsche WM-Kader ist zwar stark besetzt, trotzdem gab es doch einige Überraschungen bei der Verkündung des Kaders durch den Bundestrainer, so verzichtete Flick auf Mats Hummels in der Innenverteidigung, welcher seit Jahren zu den besten deutschen Verteidigern gehört und auch in dieser Saison wieder von sich überzeugt. An Stelle von Hummels entschied sich der ehemalige Bayern-Trainer für Lukas Klostermann, welcher in dieser Saison bisher nur ein einziges Mal für RB Leipzig auf dem Feld stand, da er sich im August gleich verletzte. Der 26-Jährige soll zur Weltmeisterschaft wieder fit werden, jedoch wunderten sich viele Experten aufgrund der fehlenden Spielpraxis in der laufenden Saison und der starken Form von Hummels über die Entscheidung von Hansi Flick.

Während sich Flick bewusst gegen Hummels entschied, wurde ihm bei einem weiteren BVB-Star, nämlich Marco Reus, die Entscheidung genommen, denn der Kapitän des BVB wird die Weltmeisterschaft verletzungsbedingt verpassen. Reus kämpft bereits seit vielen Jahren konstant mit Verletzungen, weshalb er bisher auch nur an einer WM, nämlich 2018 in Russland, teilnehmen konnte. Insgesamt kommt der vom Pech verfolgte 33-Jährige in seiner Karriere auf ganze 1135 Tage verletzungsbedingte Ausfallzeit.

Deutschlands WM-Kader

Torhüter:

Manuel Neuer, Bayern München
Kevin Trapp, Eintracht Frankfurt
Marc-André ter Stegen, Barcelona

Abwehr:

Antonio Rüdiger, Real Madrid
Matthias Ginter, SC Freiburg
Thilo Kehrer, West Ham United
Niklas Süle, Borussia Dortmund
Armel Bella-Kotchap, Southampton
Nico Schlotterbeck, Borussia Dortmund
Lukas Klostermann, RB Leipzig
Christian Günter, SC Freiburg
David Raum, RB Leipzig

Mittelfeld:

Joshua Kimmich, Bayern München
Jamal Musiala, Bayern München
Ilkay Gündogan, Manchester City
Leon Goretzka, Bayern München
Julian Brandt, Borussia Dortmund
Jonas Hofmann, Borussia Mönchengladbach
Mario Götze, Eintracht Frankfurt

Sturm:

Kai Havertz, Chelsea
Serge Gnabry, Bayern München
Thomas Müller, Bayern München
Leroy Sané, Bayern München
Karim Adeyemi, Borussia Dortmund
Youssoufa Moukoko, Borussia Dortmund
Niclas Füllkrug, Werder Bremen


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